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cross · 17. Mai 2026 · 6 min

Was Beratung wirklich kostet und was Sie für 50k bekommen sollten

Tagessätze von 1.500 bis 6.000 Euro. Pauschalen zwischen 25k und 250k. Warum die Preisspanne nichts über Qualität sagt und woran Sie eine Beratung erkennen, die ihr Geld wert ist.

Sie holen drei Angebote ein. Das erste liegt bei 28.000 Euro. Das zweite bei 95.000. Das dritte bei 240.000. Alle drei nennen es "strategische Unternehmensberatung". Niemand erklärt Ihnen, warum.

Das ist der Normalzustand im deutschen Beratungsmarkt. Die Spanne ist nicht falsch, sie ist nur intransparent. Wer hier nach Preis entscheidet, kauft entweder zu wenig oder zu viel. Beides ist teuer.

Was der Markt wirklich verlangt

Tagessätze 2026, verifizierbar über Branchen-Reports und öffentliche Pitch-Decks:

  • McKinsey, BCG, Bain: 4.500 bis 7.000 Euro pro Berater-Tag. Teams aus drei bis fünf Personen. Ein dreimonatiges Projekt landet schnell bei 600k bis 1,2 Mio.
  • Roland Berger, Oliver Wyman, A.T. Kearney: 3.500 bis 5.500 pro Tag. Ähnliche Logik, etwas weniger Prestige-Aufschlag.
  • Mid-Tier (Simon-Kucher, Horváth, zeb): 2.000 bis 3.500 pro Tag. Häufig spezialisiert (Pricing, CFO-Themen, Banking).
  • Boutique und Einzelberater (regional): 1.500 bis 3.000 pro Tag. Hier wird es interessant und gefährlich zugleich.
  • Performance- und Growth-Agenturen: Hybride aus Retainer (8k bis 25k im Monat) plus Erfolgsbeteiligung oder Media-Margin.

Pakete im Mittelstand bewegen sich zwischen 25.000 und 500.000 Euro. Ein typisches Konzern-Projekt bei einer Big-Three-Beratung kostet 1,5 bis 4 Millionen für sechs Monate. Das ist nicht überteuert, das ist eingepreister Markt.

Aber: Der Preis sagt nichts über das Ergebnis. McKinsey-Decks landen genauso oft in der Schublade wie 30k-Workshops vom regionalen Trainer. Sie zahlen für Anwesenheit, nicht für Wirkung, wenn Sie nicht aufpassen.

Was teure Beratung wirklich liefern muss

Wenn Sie 50.000 Euro plus ausgeben, hat das Ergebnis drei Eigenschaften. Fehlt eine davon, ist das Geld verbrannt.

1. Liefer-Artefakte, die ohne den Berater funktionieren. Eine Strategie auf einem Slide, das Ihre Geschäftsleitung in der nächsten Sitzung verteidigen kann. Ein Pricing-Modell als Tabelle, die Ihr CFO in zwei Stunden in SAP übersetzt. Ein Funnel als Architektur-Diagramm, das Ihr CMO am Montag mit der Agentur baut. Kein "wir besprechen das im nächsten Termin". Kein "wir liefern eine Roadmap" ohne Ownership. Wenn der Output verschwindet, sobald der Berater rausgeht, war es kein Output.

2. Skin in the Game. Beratungen, die zu hundert Prozent risikofrei rechnen, haben eine asymmetrische Wette gegen Sie laufen. Sie kassieren immer, Sie tragen immer. Die Mechanismen, die Risiko umverteilen: Geld-zurück-Garantie auf den Diagnose-Teil, Performance-Anteile auf Pipeline-Builds, Equity-Anteile bei längeren Engagements, oder fixierte Erfolgs-KPIs mit echten Konsequenzen bei Nicht-Erreichen. Wenn die Beratung sich weigert, einen Teil ihres Honorars an Ergebnisse zu koppeln, hat sie kein Vertrauen in ihre eigene Wirkung.

3. Operator-DNA. Der Berater hat das Problem selbst gelöst, bevor er Ihnen davon erzählt. Nicht in einem Case-Slide aus einem anderen Projekt, sondern in einer eigenen Firma, mit eigenem Geld, eigenem Risiko. Klassische Strategieberater haben oft nie eine Akquise gemacht, nie ein Produkt gelauncht, nie ein Team gefeuert. Sie wissen, wie man darüber denkt. Sie wissen nicht, wie es sich anfühlt, wenn am Freitag das Konto leer ist.

Wo Sie Geld verbrennen

Drei Muster, die im Beratungsmarkt unauffällig teuer sind:

Folien-Beratung. Der Output ist ein 60-Seiten-Deck mit Frameworks, die Sie nach drei Wochen nicht mehr erklären können. Erkennbar daran, dass im Angebot Wörter wie "Strategieklärung", "Visionsentwicklung", "Stakeholder-Alignment" stehen, aber kein konkretes Artefakt zugesagt wird. Wenn der Berater nicht in einem Satz sagen kann, was am letzten Tag auf Ihrem Tisch liegt, liegt am letzten Tag nichts auf Ihrem Tisch.

Workshop-Honorar als Geschäftsmodell. Das klassische Tagessatz-Modell belohnt Länge. Je mehr Tage, desto fetter die Rechnung. Die Beratung hat einen Anreiz, die Komplexität hoch zu halten und die Klärung nach hinten zu schieben. Der Test: Fragen Sie, ob das Projekt mit der gleichen Logik in der Hälfte der Zeit geliefert werden könnte. Wenn die Antwort weichgespült wird, kennen Sie das Modell.

Sub-Contractor-Stacking. Sie kaufen einen Senior-Partner und bekommen drei Praktikanten. Verbreitet bei den Großen, aber auch bei Mittelstand-Boutiquen, die plötzlich mehr Aufträge haben als Köpfe. Klare Frage im Vorgespräch: Wer arbeitet konkret an meinem Projekt, mit welchem Tagesanteil, und welche Stellen sind sub-vergeben? Wenn die Antwort vage wird, ist Ihr Honorar ein Margenpolster.

Wie MVA rechnet

MVA ist eine Hybridagentur. Wir kreuzen Operator-Beratung (selbst gebaut, selbst skaliert, selbst gescheitert und korrigiert) mit einem AI-Studio (Tools, Automation, Custom-Builds). Das verändert die Pricing-Logik gegenüber klassischer Beratung an zwei Stellen.

Erstens: Diagnose mit Geld-zurück. Der Diagnose-Sprint startet fünfstellig. Vierzehn Tage. Wenn am Ende kein konkreter Hebel auf Ihrem Tisch liegt, fällt die Rechnung weg. Nicht teilweise. Nicht nach Verhandlung. Komplett. Das funktioniert nur, wenn wir wissen, dass wir liefern. Wenn nicht, war es unser Risiko.

Zweitens: Performance-Pipeline ergebniskalkuliert. Pakete im sechsstelligen Bereich werden nicht nach Tagen kalkuliert, sondern nach Ergebnis-Architektur. Ein Pipeline-Build mit AI-gestütztem Outbound, CRM-Setup, Funnel-Diagnose und 90-Tage-Operate-Phase wird gegen einen Pipeline-Wert kalkuliert, den wir vorher mit Ihnen schätzen. Wenn der Pipeline-Wert in der Realität nicht ankommt, gibt es eine Nachverhandlung. Wenn er übertroffen wird, gibt es einen Upside-Anteil. Beide Seiten haben einen Anreiz, dass der Build wirkt.

Das ist nicht günstiger als McKinsey. Es ist anders strukturiert. Sie zahlen für Architektur und Wirkung, nicht für Anwesenheit.

Checkliste vor dem Vertrag

Zehn Fragen, die jede Beratung beantworten können muss, bevor Sie unterschreiben:

  1. Welches konkrete Artefakt liegt am letzten Tag auf meinem Tisch?
  2. Wer arbeitet wirklich am Projekt, mit welchem Tagesanteil?
  3. Welche Teile sind sub-vergeben, an wen?
  4. Welche Garantie oder Erfolgs-Komponente trägt der Berater mit?
  5. Welche drei vergleichbaren Projekte hat genau dieser Berater zuletzt geliefert?
  6. Hat der Senior-Partner selbst schon ein Unternehmen gebaut, oder nur beraten?
  7. Wie sieht der Output aus, wenn ich am Tag eins nach Projektende den Berater nicht mehr erreiche?
  8. Welche KPI wird gemessen, wann, von wem, und was passiert bei Nicht-Erreichen?
  9. Kann das Projekt mit gleicher Logik in der Hälfte der Zeit geliefert werden? Wenn nein, warum nicht?
  10. Was ist der erste konkrete Schritt am Tag nach Vertragsunterschrift?

Wenn auf mehr als drei Fragen vage Antworten kommen, ist das Angebot kein Angebot. Es ist eine Hoffnung mit Rechnung.

Hebel statt Honorar

Beratung ist nicht teuer oder billig. Beratung wirkt oder wirkt nicht. Der Preis ist das, was übrig bleibt, wenn Sie verstehen, was Sie kaufen.

Bei MVA ist die Frage nicht, wie viele Tage wir bei Ihnen sitzen. Die Frage ist, welcher Hebel sich nach unserem Sprint bewegt. Wenn Sie wissen wollen, ob ein Diagnose-Sprint zu Ihrer Lage passt, lesen Sie warum vierzehn Tage reichen und wie eine Hybridagentur sich von klassischer Beratung unterscheidet.

Oder noch direkter: schreiben Sie uns, was bei Ihnen gerade nicht skaliert. Eine Antwort kostet Sie nichts. Eine Diagnose kostet Sie nur dann etwas, wenn sie etwas bewegt.

Dennis Bernhard · Founder, Market Value Advisory